Redensarten

Die folgenden heimischen Redensarten werden natürlich nicht nur in Laubuseschbach gebraucht, sondern man begegnet vielen so oder ähnlich in den umliegenden Ortschaften.

Sie sind oft derb, auch ironisch, aber erstaunlich treffend. Meist beinhalten sie tiefe Lebensweisheiten und zeugen nicht selten von der engen Verbundenheit der dörflichen Bevölkerung mit der Natur.

  • Die beste Biern sein gerillt. – Die besten Birnen sind gerüttelt. (Die besten Lebensjahre sind vorbei.)
  • De Koarmscher hoat mie wäj de Praller. – Der Jammerer hat mehr als der Prahler.
  • Wanns Schoaf plärrt, schoads em en Muffel. – Wenn das Schaf plärrt, schadet es ihm einen Bissen. (zu jemand, der beim Essen viel redet)
  • E gezajend Schoaf frisst aach de Wolf. – Ein gezeichnetes Schaf frisst auch der Wolf.
  • Schreibs en die Daas. – Schreibe es in den Rauchfang. (Vergiss es.)
  • Wann us Herrgott en Narr hoo will, da lässt er em alde Mann die Fraa sterwe. – Wenn unser Herrgott einen Narren haben will, dann lässt er einem alten Mann die Frau sterben.
  • Aus annern Leuts Lärrer es goud Rieme schneire. – Aus anderer Leute Leder ist gut Riemen schneiden.
  • Ihr Bouwe, woas mer sich erhoiroad, brauch mer sich nit se erschaffe. – Ihr Buben, was man sich erheiratet, braucht man sich nicht zu erschaffen.
  • Der Gaul, der die Howwer vedejnd, kräjt se nit. – Der Gaul, der den Hafer verdient, kriegt ihn nicht.
  • Fier Gäld un goure Wott kräjt mer Zucker un aach en Dott. – Für Geld und gute Worte bekommt man Zucker und auch eine Tüte.
  • Wanns gerecht zougieht of de Welt sei mir nit mie doa. – Wenn es gerecht zugeht auf der Welt sind wir nicht mehr da.
  • Wanns Hirsebrei reent, hun mier koa Läffel. – Wenn es Hirsebrei regnet, haben wir keine Löffel.
  • Es wird nit geheult, un wann die Dreene de Backe runnerlaafe. -Es wird nicht geweint, und wenn die Tränen die Backen runterlaufen. (etwas um keinen Preis zugeben)
  • Gedellische Schoaf giehn vill en Pirsch. – Geduldige Schafe passen viele in einen Pferch.
  • Wuannerschd hun die Hagge aach Still. – Woanders haben die Hacken auch Stiele. (… muss man auch arbeiten für sein Geld.)

Zusammengestellt von: Irene Vetter

Veröffentlicht am
Kategorisiert in Allgemein

Jüdischer Friedhof

Der jüdische Friedhof ist das letzte noch sichtbare Zeugnis aus der jüdischen Zeit und liegt in der Flur „Auf der Mühlhell“. In einer Beschreibung des Burg Eschbacher Besitzes von 1806 wird er wie folgt erwähnt: „Ein Acker auf der Mühlhell, stößt auf den Judenkirchhof“.

Der Friedhof, der ursprünglich die Form eines unregelmäßigen Vielecks hatte, wurde bei der ersten Konsolidation begradigt und auf 3.000 qm vergrößert. Von den vorhandenen Grabsteinen auf dem Friedhof ist ein Teil abgebrochen, andere liegen flach auf der Erde. Bei den noch stehenden Grabmalen kann man auf einigen noch Namen, Geburts- und Sterbedatum lesen. Die wahrscheinlich ältesten Grabsteine sind noch in hebräischer Schrift. Der älteste (lesbare) Grabstein ist der des am 8. Juni 1798 geborenen und am 2. Mai 1860 verstorbenen Salomon Zaduk Mastbaum. Die frühere Einfriedigung des Friedhofes wurde nach dem Krieg durch eine Weißdornhecke ersetzt. Das schmiedeeiserne Eingangstor ist heute noch vorhanden. Das Grab von dem Viehhändler Herz Josef Reifenberg ist heute noch von einem Eisengitter umrahmt und fällt besonders auf.

Die letzte Beerdigung auf dem Friedhof war im Jahre 1932. Der in Blessenbach am 23. März 1932 verstorbene, 65 Jahre alte Jude Isidor Seligmann wurde damals beigesetzt. Ältere Einwohner erzählen noch von dieser Beerdigung.

Der Friedhof wird heute von der Gemeinde unterhalten, wofür sie einen jährlichen Beitrag vom Land Hessen erhält.

Er befindet sich im Besitz des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden in Hessen.


Erzählt von: Hermann Becker

Veröffentlicht am
Kategorisiert in Allgemein

Geschichte

Die Gemarkung Laubuseschbach gehörte im 8. Jahrhundert zu einer „Zent Niederselters“.

Die ältesten unmittelbaren Herren über die Laubuseschbacher, seit es sie an diesem Ort gegeben hat, waren die Gaugrafen aus dem Geschlecht der Konradiner. Namentlich genannt wurde zuerst ein Graf Gebhard zur Zeit König Ludwigs des Frommen (814 – 840).

Im Jahre 893 schenkte der Karolingerkönig Arnulf dem Kloster St. Maximin in Trier Teile seiner Besitzungen, u. a. auch Niederbrechen. Als vier Jahre später dessen Sohn Zwentibold diese Schenkung bestätigte, wird in einer ausführlichen Aufstellung auch Ascapahc (Eschbach) genannt. Die Schenkungsurkunde befindet sich noch heute im Nationalmuseum in Paris.

Das Kloster St. Maximin setzte die Herren von Molsberg als Vögte in Eschbach ein. In der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts verstanden diese es, Eschbach ihrer Grundherrschaft einzuverleiben.

Die Herren von Molsberg machten Anfang des 14. Jahrhunderts die Elkerhäuser Ritter zu Lehensträgern von Eschbach. Am 29. Oktober 1323 verkaufte Giso von Molsberg für 24 Mark alle seine Leute, die in den Herrenhof Eschbach gehören, mit Ausnahme der Kringin an Hiltwin, „pastorgin“ von Elkerhausen. Seit dem 4. Juli 1390 war der Erzbischof von Trier Lehnsherr für die Herrschaft Eschbach. 

1421 wurden Hermann von Haiger, Heilwig von Schönborn und Bernhard von Mudersbach als Erbe der Elkerhäuser Ritter mit Eschbach belehnt.

1517 wurde Johann von Schönborn als alleiniger Lehensträger erwähnt.

Am 6. August 1605 wurde Johann Philipp von Schönborn auf der väterlichen Burg Eschbach geboren. Johann Philipp von Schönborn, Reichskanzler des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Kurfürst von Mainz, Fürstbischof von Würzburg und Worms, gilt als ein bedeutender Staats- und Kirchenmann und war maßgeblich beteiligt am Zustandekommen des Westfälischen Friedens, der das Ende des Dreißigjährigen Krieges brachte.

1687 erwarb der Freiherr Johann Ernst von Friesensee die Grundherrschaft Eschbach, und im Jahre 1708 verkauften dessen Erben sie an den Grafen Karl von Runkel-Wied. Seit dem 28. Juni 1366 hatten die Herren von Runkel bereits die Gerichtshoheit in Eschbach als Nachfolger der Grafen von Diez.

Die Herren von Runkel sind bis heute Kirchenpatronatsherren von Blessenbach und Laubuseschbach.

Eschbach wurde am 12. Juli 1806 an das Herzogtum Nassau abgetreten und kam 1866 zu Preußen. Es blieb beim Reichsland Preußen bis zum 19. September 1945, als die Provinz Nassau dem neugeschaffenen „Groß-Hessen“ zugeschlagen wurde. Am 1. Dezember 1946 wurde daraus das Bundesland Hessen.

Laubuseschbach gehörte zu dem durch „Verordnung vom 22. Februar 1867 betreffend die Organisation der Verwaltungsbehörden in dem vormaligen Kurfürstentum Hessen, in dem vormaligen Herzogtum Nassau, in der vormals Freien Stadt Frankfurt und in den bisher bayerischen und großherzogtümlich hessischen Gebietsteilen“ aus den Ämtern Weilburg, Hadamar und Runkel gebildeten Oberlahnkreis mit der Kreisstadt Weilburg und heute zu dem 1974 entstandenen Kreis Limburg-Weilburg.

Das Dorf Eschbach heißt seit 1824 Laubus-Eschbach, heute Laubuseschbach.

Bei der Gebietsreform im Jahre 1970 verliert Laubuseschbach seine Selbständigkeit und ist seitdem ein Ortsteil der Großgemeinde Weilmünster.

Veröffentlicht am
Kategorisiert in Allgemein